1 / 2016
1 / 2016
FriedensForum 1 / 2016

Islamischer Staat

Weitere Themen:

  • Europäische Flüchtlingspolitik
  • Rüstungsexporte
  • Atomwaffen

Inhalt

Editorial

Das Editorial des FriedensForums.
Schwerpunkt: Islamischer Staat

FriedensForum 1/2016

von Redaktion FriedensForum, Martin Singe

Unsere Ausgabe 1/2016 des FriedensForums hat den Schwerpunkt „Islamischer Staat“. Das Thema hatten wir lange vor den Pariser Anschlägen ausgewählt, weil der IS eine besondere Herausforderung für die Friedensbewegung in der gegenwärtigen Zeit bedeutet. Er ist kriegerisch aktiv in den Hauptkonfliktfeldern des Nahen und Mittleren Ostens und scheint zunehmend auch zu Anschlägen in Europa überzugehen. Diese Auseinandersetzung ist umso wichtiger, weil herrschender Politik alternativlos nur militärische Reaktionen und innenpolitische Aufrüstung einzufallen scheinen.

Im Blickpunkt

Der Blickpunkt des FriedensForums widmet sich Themen von hoher Relevanz.

Ein „symbolischer Einsatz für Frankreich“?

von Otmar Steinbicker

Deutschland ist in einem zweiten, voraussichtlich lange andauernden Krieg angekommen.

Initiativen

Initiativen
Rüstungsexport

Aktion Aufschrei – wie es weitergeht

von Paul Russmann

Im Jahr 2011 startete Ohne Rüstung Leben gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, die größte zivilgesellschaftliche Initiative gegen deutsche Rüstungsexporte.

Initiativen

Hilfe muss sich überflüssig machen

von Sarah Lempp, Ingo Stützle

Für die Nichtregierungsorganisation medico international, die sich an vielen Orten der Welt engagiert, ist Hilfe Teil eines umfassenden solidarischen und politischen Handelns - so heißt es im Selbstverständnis. Über die Ambivalenz von Hilfe für Geflüchtete sprachen die AutorInnen mit Katja Maurer von medico international.

Initiativen
Kooperation für den Frieden

Strategiekonferenz: Kalter Krieg in Europa?

von Philipp Ingenleuf

Die 13. Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden findet 2016 in Leipzig statt. Unter dem Titel „Kalter Krieg in Europa? Herausforderungen an eine gemeinsame Friedenspolitik in Europa – Handlungsoptionen für die Friedensbewegung“ soll gemeinsam diskutiert werden, welche Grundzüge eine gemeinsame europäische Friedenspolitik mit Russland beinhalten sollte und welche Forderungen an die deutsche Bundesregierung gestellt werden müssen.

Initiativen
Juristisches

Grundrechtsverweigernde Tradition

von Hermann Theisen

Inwieweit hat die Zivilgesellschaft einen Anspruch darauf, über zweifelhafte militärische Vorhaben informiert zu werden?

Krisen und Kriege

Ein Blick auf Krisen und Kriege.
Flucht und Migration

Europäische Flüchtlingspolitik am Nullpunkt

von Karl Kopp

Im Klub der Unwilligen gibt es kaum noch einen europäischen Staat, der bereit ist, Flüchtlinge aufzunehmen. Schweden, das jahrelang liberalste Land bei der Flüchtlingsaufnahme, hat eine radikale Kehrtwende eingeleitet. Deutschland, das Hauptaufnahmeland in der EU, befindet sich mittlerweile in einem permanenten Gesetzgebungsverschärfungs-Stakkato.

Ein Blick auf Krisen und Kriege.
Militärische Aneignung des Mittelmeers

Vorwand „Seenotrettung“

von Christoph Marischka

Nach einer weiteren Tragödie Mitte April 2015 im Mittelmeer, bei der bis zu 1.000 Menschen an einem einzigen Tag ertrunken sein sollen, wurde von den politischen und militärischen Strukturen der EU im Rekordtempo unter der Bezeichnung EUNAVFOR MED eine Marineoperation zwischen Italien und Libyen ins Leben gerufen.

Ein Blick auf Krisen und Kriege.
Syrienkrieg

Die Wiener Sponsorenkonferenz

von Ulrich Cremer

Am 30. Oktober 2015 war es endlich so weit: Alle internationalen Sponsoren des syrischen Bürgerkriegs trafen sich in Wien zur Lagebesprechung. Mit am Tisch saß das erste Mal auch der iranische Außenminister. Zweifellos ein Fortschritt. Zur historischen Wahrheit gehört, dass es natürlich auch schon vor drei Jahren eine Friedenslösung gab und man diese hätte umsetzen können.

Ein Blick auf Krisen und Kriege.
Wahlen in der Türkei

Erdogan auf dem Wege zur Alleinherrschaft

von Memo Sahin, Andreas Buro

Die türkische Politik war zu Beginn 2015 fast vollständig darauf ausgerichtet, eine Verfassungsänderung durchzusetzen, die dem Präsidenten eine uneingeschränkte Macht sichern sollte. Die Wahlergebnisse vom 7. Juni brachten jedoch der regierenden AKP eine zweifache schwere Niederlage. Sie verlor die absolute Mehrheit im Parlament, und die kurdische HDP überwand mit 13% die Zehnprozenthürde.

Friedensbewegung international

Die britische Friedensbewegung

Widerstand gegen die Ersetzung der Trident

von Angie Zelter

Neun Staaten (1) besitzen zusammen mehr als 15.000 Atomwaffen. Das Vereinigte Königreich hat ungefähr 215 Sprengköpfe – weniger als Russland mit 7.500, die USA mit 7.200, Frankreich mit 300 und China mit 260.

War Resisters‘ International

Der weltweite Widerstand gegen den Waffenhandel

von Stephan Brües

Seoul, Women's Plaza. Ein sechsstöckiges Gebäude mit Seminarräumen, Übernachtungsmöglichkeiten und den Büros einiger Frauenorganisationen. Hier findet ein Internationales Seminar über War Profiteers (also Kriegsgewinnler) statt. Es wird organisiert von World without War Südkorea, den Women Peacemakers und den internationalen War Resisters‘ International.

Münchhausen

Das Projekt Münchhausen des FriedensForums.
Münchhausen

Der Genozid an armenischen Christen im Osmanischen Reich 1915

von Dr. Tessa Hofmann

Im Ersten Weltkrieg waren das deutsche Kaiserreich und das Osmanische Reich militärisch miteinander verbündet. Deutschland war daran interessiert, die sogenannte Bagdad-Bahn zu bauen. Das Osmanische Reich stand seit vier Jahrhunderten im Dauerkonflikt mit Russland und nutzte, von Deutschland dazu angestachelt, den Weltkrieg, um russische Schwarzmeerhäfen zu beschießen, und griff Russland mitten im Winter 1914/15 an, was 90.000 osmanische Soldaten mit dem Leben bezahlten.

Hintergrund

Friedensbewegung International - Der Blick über den Tellerrand.
Rüstungsexport

Warum die Staatsanwaltschaft auch Anklage gegen die Rüstungsexport-Kontrollbehörden erheben müsste

von Jürgen Grässlin

Das neue Enthüllungsbuch „Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“ belegt: Heckler & Koch-Beschäftige werden zu Recht angeklagt. Warum aber erhebt die Staatsanwaltschaft Stuttgart keine Anklage gegen Beamte des Bundesausfuhramts und des Bundeswirtschaftsministerium?

Friedensbewegung International - Der Blick über den Tellerrand.
Information als Waffe

Die Nato perfektioniert die psychologische Kriegsführung

von Bernhard Trautvetter

Vom 23.-25.11.2015, also gerade während dieses Friedensforum in den Satz ging, fand in Essen die Jahreskonferenz des Joint Power Competence Centre statt. Das von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung „Militärische Denkfabrik für die Welt“ genannte Zentrum hält seit 2005 Jahreskonferenzen ab, zu denen die Kalkarer Nato-Einrichtung selber sagt, sie hätte über die letzten zehn Jahre hunderte wichtiger politischer, militärischer, industrieller und akademischer Führungskräfte als TeilnehmerInnen verzeichnen können.

Friedensbewegung International - Der Blick über den Tellerrand.
Buchbesprechung

Gewaltfreier Widerstand – es gibt noch viel zu lernen

von Christine Schweitzer

Ziviler oder gewaltfreier Widerstand hat in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit auch von Seiten der Friedens- und Konfliktforschung gefunden.

Friedensbewegung International - Der Blick über den Tellerrand.
Nachruf

In memoriam Peter Strutynski

von Werner Ruf

Im Mai 1945 wurde Peter Strutynski im Flüchtlingslager Krimml in der Nähe von Salzburg geboren. Seine Familie stammte aus Czernowitz in der Bukowina in der westlichen Ukraine. Er studierte und promovierte in Politikwissenschaft an der Universität München. Seit 1977 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand vor fünf Jahren war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel.

Friedensbewegung International - Der Blick über den Tellerrand.
Buchbesprechung

Friedenspädagogik und Gewaltfreiheit

von Konrad Tempel

Die vierzehn Aufsätze von ExpertInnen unterschiedlicher Arbeitsbereiche in dem Buch „Friedenspädagogik und Gewaltfreiheit“ über eine differenzsensible Konfliktkultur behandeln vorrangig interdisziplinäre Grund

Friedensbewegung International - Der Blick über den Tellerrand.
Nachruf

Wolfgang Zucht: „Ein Außenseiter, wie alle Anarchisten“

von Bernd Drücke

Etwa 130 Menschen aus England, Spanien und Deutschland kamen am 2. Oktober 2015 zur bewegenden Trauerfeier für den Graswurzelrevolutionär Wolfgang Zucht (30.1.1929 - 17.9.2015) nach Kassel. Wolfgang Zucht war vielen aus der Friedensbewegung bekannt als der Betreiber eines kleinen, gewaltfrei-anarchistischen Verlags und einer Versandbuchhandlung: WeZuCo. Zusammen mit seiner Frau Helga war er regelmäßiger Gast auf den Jahrestagungen des Versöhnungsbundes und anderen Veranstaltungen. Wir dokumentieren hier Auszüge aus der Trauerrede, die Bernd Drücke gehalten hat.

Friedensbewegung International - Der Blick über den Tellerrand.
Symbole

Der Friedenssonntag im Kaiserreich und in der Weimarer Republik

von Karlheinz Lipp

Frieden braucht Symbole – und ein Sonntag für den Frieden zählt zu diesen Symbolen. In Großbritannien veranstalteten Friedensbewegte bereits seit den 1840er Jahren Friedenssonntage.

Schwerpunkt

Der Schwerpunkt des FriedensForums.

Einleitung zum Schwerpunkt "Islamischer Staat"

von Martin Singe

„Krieg gegen den Terror ist Terror – Krieg darf nicht die Antwort sein!“ Diese Slogans wurden nach 9/11 von der Friedensbewegung und nachdenklichen BürgerInnen als politische Forderungen erhoben, intelligenter auf Ter

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Islamischer Staat

Fakten zum Islamischen Staat

von Clemens Ronnefeldt

Die Ursprünge des "Islamischen Staates" (nachfolgend: IS) sind beim irakischen Zweig von al-Qaida zu suchen. Der Jordanier Abu Musab al-Zarqawi kämpfte zunächst in Afghanistan für al-Qaida, bevor er Anfang des neuen Jahrtausends nach Irak ging und von dort Terroranschläge in Jordanien organisierte.

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Rolle des Westens

Der IS – ein Produkt verfehlter westlicher Interventionspolitik

von Clemens Ronnefeldt

Zum Thema "Afghanistan" zitiert Michael Lüders (1) aus einem Interview der französischen Zeitschrift "Le Nouvel Observateur" vom Januar 1998 mit Zbigniew Brezinski, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater von

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Ursachen erforschen

Radikalisierungen sind eine komplexe Angelegenheit

von Renate Wanie

Susanne Schröter im Interview

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Hintergründe

Der Islam, Islamismus und seine unterschiedlichen Lesarten

von Renate Wanie

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf dem IS, dem sogenannten Islamischen Staat, der das Ziel verfolgt, ein Kalifat, ein islamisch-fundamentalistisches Regime, zu errichten. Der sogenannte IS gibt Anlass, exemplarisch verschiedene Lesarten des Islamismus anzuschauen.

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Buchbesprechung

„Sterben für Gott – Töten für Gott?“

von Martin Singe

In diesem Jahr 2015 hat der Theologe Jan-Heiner Tück im Herder-Verlag eine Aufsatzsammlung mit dem Thema „Sterben für Gott – Töten für Gott? Religion, Martyrium und Gewalt“ herausgegeben. Das Buch versammelt recht verschiedene Standpunkte und Ansichten zu mehreren Themenaspekten des weit gesteckten Feldes.

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Islam

Wie „islamisch“ ist der „Islamische Staat“?

von Friedmann Eißler

Die exzessive Brutalität des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) stellt Sicherheitskonzepte infrage und vieles von dem, was bisher für möglich gehalten wurde, weit in den Schatten. Das grelle Licht modernster Videopropaganda fällt auf Enthauptungen, Kulturzerstörung und tödliche Vernichtungszüge gegen die Weltzivilisation, zuletzt – erneut – in Paris am 13. November 2015.

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Syrien

Opposition in Zeiten des Krieges

von Karin Leukefeld

Als Mitte November 2015 die „Internationale Unterstützungsgruppe für Syrien“ (ISSG) in Wien zusammentraf, bestimmten die Anschläge von Paris die Tagesordnung. Einen Tag lang schienen die versammelten 17 AußenministerInnen (1) und ihre DiplomatInnen sich einig, dass eine politische Lösung gefunden werden müsse, um den Brandherd in Syrien und Irak wenigstens einzudämmen.

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Rekrutierungen durch den IS

Religiöse Pflicht, Abenteuer oder Reichtum

von Christine Schweitzer

„Viele Brüder ... sehen die Idee der Da’wa [Einladung, Ruf] darin, dass Kandidaten, die lediglich eine Dschihadi-Kassette oder einen motivierenden Vortrag etc.

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Politische Lösungsansätze

Alternativen zur militärischen Bekämpfung des IS

von Otmar Steinbicker

„Warum Goliath nicht gewinnt“ lautete am 21. August 2015 eine Kommentar-Überschrift in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Dort hieß es: „Worin liegt das Geheimnis des syrisch-irakischen Terror-Kalifats? Frustriert sprach ein amerikanischer General vor einem Jahr eine simple Wahrheit aus: ‚Wir verstehen diese Bewegung nicht, und bevor wir dies nicht können, werden wir sie auch nicht besiegen.‘ “

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Zivile und gewaltfreie Strategien

Den IS ohne Gewalt stoppen?

von Christine Schweitzer, Renate Wanie

Nach dem 13. November 2015 erklärte Präsident Hollande, Frankreich sei von außen angegriffen worden und befinde sich im Krieg. Und dass, obwohl alle Attentäter aus Frankreich oder Belgien kamen. Der UN-Sicherheitsrat erklärte kurz danach (21.11.15), der IS stelle eine "globale und noch nie dagewesene Bedrohung" für Sicherheit und Frieden in der Welt dar und forderte alle Nationen auf, sich dem Kampf gegen den IS anzuschließen. Deutschland beschloss Anfang Dezember, sich mit Tornados und einem Kriegsschiff ebenfalls zu beteiligen.

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Islam und Gewaltfreiheit

Ein anderes Syrien ist möglich

Der Terror, der vom Islamischen Staat (IS) und anderen Gruppen verbreitet wird, die vorgeben, „im Namen des Islam“ zu töten, führt im Bewusstsein der bürgerlichen Öffentlichkeit ebenso wie im politischen Bewusstsein v

Der Schwerpunkt des FriedensForums.
Türkei

„Mit dem Islamischen Staat arrangieren“?

von Karl Grobe

Mit dem Wahlergebnis vom 1. November kann der türkische Präsident Erdogan fast alles unternehmen, was ihm in den Sinn kommt. Nur zu einem reicht es nicht: zu jener Verfassungsänderung, die dem Staatspräsidenten eine Machtfülle in die Hand gäbe, wie sie der US-Präsident hat.